Der Verein

 

Chronik des Vereins

Im Jahr 1920 wurde zu einer Versammlung aufgerufen, die den Zweck haben sollte, einen Schützenverein in Schöninghsdorf zu gründen. In dieser Versammlung wurde der Schützenverein St. Hubertus Schöninghsdorf in Leben gerufen.

Im darauffolgenden Jahr 1921 wurde das erste Schützenfest in Schöninghsdorf gefeiert und dieses denkwürdige Ereignis ist seither als eigentliches Gründungsjahr des Vereins zu betrachten.

Es wurde beschlossen, einmal jährlich ein Schützenfest zu organisieren und jeweils einen König mittels eines Schießwettbewerbes zu proklamieren.

Die Schützen bauten sich mühevoll einen Schießstand im Moor, heute in der Gegend der Egon-Schöningh-Straße (bi Krüssel up Stött). Geschossen wurde mit Kleinkaliber-Gewehren auf eine Entfernung von 50 Metern.

Nach dem Krieg fand das Schiessen auf dem Schießstand des Kriegervereins statt, der sich in der Nähe der Gastwirtschaft Brüning befand. Als erster König des Schützenvereins wurde Bernhard Heimes proklamiert, zur Königung erwählte er Maria Krause.

Es war damals Usus, dass der König eine Königin erwählte, die nicht seine Ehefrau oder Verlobte war. Die daraus entstandenen Unstimmigkeiten mit den Partnern waren sowohl beim König als auch bei der Königin vorprogrammiert.

Als im Jahre 1939 der zweite Weltkrieg begann und die wehrpflichtigen Schöninghsdorfer als Soldaten die Heimat verließen, fanden vorerst keine Schützenfeste statt.

Direkt nach dem Weltkrieg 1945, als die alliierten Streitkräfte die hiesigen Gebiete besetzten, zeichnete sich ein Mann, der damalige Schießwart Heinrich Grommel, durch seinen Mut und Einsatz für den Schützenverein besonders aus.

Es wurde befohlen, dass alle Feuerwaffen unverzüglich den Alliierten zu übergeben waren. Heinrich Grommel reinigte darauf hin alle Waffen des Schützenvereins säuberlich, verpackte sie in Tücher und vergrub diese in seiner Kartoffelkuhle, um sie dem Schützenverein zu erhalten. Diese Aktivitäten wurden von einem sogenannten B-Soldaten (Soldaten, die aufgrund der Besatzungsmächte nicht zu Ihren Heimatorten in Deutschland zurückkehren konnten) beobachtet. Dieser Soldat meldete dies unverzüglich den alliierten Streitkräften, so dass Heinrich Grommel auf der Stelle verhaftet wurde.

Der Schießwart wurde dem Lingener Gefängnis überstellt und es musste mit dem Schlimmsten gerechnet werden. Dank des Einsatzes von Fritz Krüssel der mehrfach mit einem nicht unerheblich großen Stück Speck “bewaffnet” und dem Fahrrad nach Meppen fuhr, um einen Anwalt davon zu überzeugen, dass das Vergehen des Heinrich Grommel nicht gravierend war, konnte das Leben des Schießwartes gerettet werden.

Der Anwalt erreichte die Freilassung gerade noch rechtzeitig vor der drohenden Erschießung,

Im Jahre 1948 hatte Kamerad Fritz Krüssel durch öffentlichen Anschlag dazu aufgefordert, die Aktivitäten des Schützenvereins erneut aufzunehmen und zu diesem Anlass eine Versammlung einberufen. Am 01. August 1948 fand diese Versammlung im Lokal des Kameraden Esders statt. Zahlreich waren die Bürger von Schöninghsdorf der Aufforderung gefolgt und nach einigen einleitenden Worten von Fritz Krüssel wurde ein Vorstand gebildet, der sich wie folgt zusammensetzte.

Vorsitzender: Fritz Krüssel, Schriftführer: Hans Holthaus, Kassierer: Heinrich Brinkmann

Zum Eintritt in den Schützenverein meldeten sich bei dieser Versammlung 49 Mitglieder. Mitglied konnte werden, wer Einwohner von Schöninghsdorf, das 18. Lebensjahr vollendet und unbescholten war. Die Aufnahme erfolgt nur einmal im Jahr und zwar auf der Generalversammlung nach dem Schützenfest. Die Generalversammlung sollte immer am darauffolgenden Sonntag des Schützenfestes stattfinden. Bei dieser zweiten Generalversammlung wurde beschlossen, die Schützenfeste am zweiten Sonntag im Juni zu feiern. Außerdem sollte Mitte Januar 1949 ein Winterfest veranstaltet werden. Das Eintrittsgeld für das Winterfest wurde auf 1,00 DM festgelegt, ebenfalls 1,00 DM betrug der Jahresbeitrag für den Schützenverein. Der neu gewählte Schriftführer Holthaus, der zu dieser Zeit Lehrer an der Schule in Schöninghsdorf war, wurde beauftragt, den Verein bei der Militärregierung anzumelden und genehmigen zu lassen. Nach der Besprechung weiterer verschiedner Fragen wurde diese sehr fruchtbare Versammlung mit einem Jägerlied beschlossen.

Bei dem ersten Winterfest, das am 23.2.1949 im Saale Esders stattfand, wurde der erste König nach dem Krieg gewählt. Die Mitglieder waren sich darüber einig, dass Heinrich Grommel, der zum Wohle des Schützenvereins die Waffen versteckt und das fast mit seinem Leben bezahlt hätte, der neue König sein sollte. H. Grommel nahm die Wahl an. Die Amtszeit dauert jedoch nur bis zum darauffolgenden Schützenfest im Jahr 1949. Danach wurde er vom König Johann Grommel abgelöst, der sich beim Königsschießen mit 22 Ringen profilieren konnte.

In diesem Zusammenhang muss erwähnt werden, dass das Königsschießen aufgrund der mittlerweile fehlenden Waffen mit einer selbst gebauten Armbrust durchgeführt wurde. Im Meppener Tageblatt wurde über das erste Schützenfest nach dem Krieg berichtet, Zitat: “Auf einer nahegelegenen Wiese entwickelte sich bald ein buntes Bild. Reigen und Kreisspiele, Staffeln, Hürdenlaufen und das beliebte Sackhüpfen begeisterten die Grossen und die Kleinen.”

In den darauffolgenden Jahren fand jährlich ein Schützenfest statt. Man bemühte sich sehr darum, den Kontakt zu den Nachbarvereinen zu pflegen und aufrecht zu erhalten. Insbesondere zum Schützenverein Hebelermeer bestand von Anfang an eine kameradschaftliche Verbindung. Um auch unseren Nachbarn in den Niederlanden die Möglichkeit zum Besuch unseres Schützenfestes und der Verwandtschaft zu ermöglichen, und das vor allem in den Abendstunden, musste in jedem Jahr ein Antrag gestellt werden, der die Öffnungszeiten des Grenzüberganges Hebelermeer/Zwartemeer von normalerweise 20 Uhr auf 24 Uhr genehmigte. Diese Anträge mussten einerseits beim Hauptzollamt in Leer und auf der holländischen Seite beim “Inspectie der Invoerrechten en Accijnzen” in Winschoten beantragt werden.

Aus heutiger Sicht ist es im Grund genommen erstaunlich, wie schnell die Mitglieder des Vereins und insbesondere die damaligen Vorstandsmitglieder es geschafft haben, in den schwierigen Zeiten nach dem Krieg den Verein wieder aufleben zu lassen und die Veranstaltungen wie Winterfest und Schützenfest auf eine so professionelle Art und Weise zu organisieren.

In den Jahren nach dem Krieg bis 1981 fanden die Schützenfeste abwechselnd bei verschiedenen ortsansässigen Gastwirten statt. Danach wurde mittels Vereinsbeschluß festgelegt, einen Festplatz zu erstellen. 1982 fand das erste Schützenfest auf dem heutigen Dorfplatz zwischen Feuerwehr und Pfarrhaus statt.

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